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Aktuelles

Katzenfutter

04.09.2017

Stiftung Warentest hat im Mai 2017 wieder Katzenfutter getestet.

Der Tierschutzverein Oldenburg möchte allen Katzenbesitzern einen Auszug aus diesem Test zur Verfügung stellen. 

Hier sind einige interessante Informationen enthalten. 

 

 

 

Katzenfutter

 

 

Der Mix machts

 

Da beißt die Maus keinen Faden ab: Mieze mag nicht alles fressen. „Sie war in Bezug auf Futter immer so heikel wie ein unverheirateter Gourmet“, be­schrieb die Schriftstellerin Doris Lessing ihre graue Siam, eine der Katzen, mit denen sie sich zeitlebens umgab. „Sie fraß nie, nicht ein einziges Mal, etwas anderes als gebratene Kalbsleber und gedünsteten Wittling.“

Katzen sind wählerische Wesen – ihre Halter meist auch. Futtermittelhersteller wissen das zu nutzen. Ob „Feine Pastete Mousse mit Thunfisch“ oder „Naturkost Huhn mit Kürbis und Katzenminze“: Viele der 25 Feuchtfutter im Test präsentieren sich als Delikatesse. 400 Gramm kosten schon mal um die 3 Euro.

Die aktuelle Untersuchung der Stiftung Warentest zeigt: Katzenhalter sollten sich nicht blenden lassen. Viele der teuren, exklusiv anmutenden Futter können die Tester nicht empfehlen.

 

Gleich sechs sind mangelhaft. Sie enthalten zu wenig oder zu viel der Schlüsselnährstoffe für Katzen wie Fett, Eiweiß, Vitamine und Mineralstoffe. Als Alleinfuttermittel sollten sie den richtigen Mix bieten. Das Dilemma: Ob ein Futter ausgewogen ist, lässt sich nicht aus dem Zutatenverzeichnis schließen, sondern nur aufwendig analysieren.

Auch die Fütterungsempfehlungen auf den Dosen helfen Katzenbesitzern nicht immer weiter. Oft sind sie falsch, nicht nur bei den mangelhaften Produkten. Dann hat die geliebte Samtpfote schnell zu viel oder zu wenig auf den Rippen. 

 

Riskante Stoffe für die Gesundheit

Jedes zweite Produkt enthält zu viel Phosphor. Das kann möglicherweise den Nieren der Katze schaden. Chronische Nierenerkrankungen sind häufig und nicht heilbar. Eine günstige Kalziummenge kann zu viel Phosphor ausgleichen, doch nur fünf der phosphorreichen Produkte bieten sie. Gourmet Gold zählt nicht dazu. Das Futter aus der goldenen Dose liefert pro Tag etwa 1 000 Milligramm Phosphor – der Bedarf der deutschen Durchschnittskatze liegt bei nur 160 Milli­gramm.

Fünf Futter überschreiten die Höchstmenge an Natrium, die Wissenschaftler in Katzenfutter für sicher halten. „Zu viel Natrium kann Katzen mit Vorerkrankungen wie einem schwachen Herzen schaden“, erläutert Charlotte Granobs, verantwortliche Projektleiterin dieses Tests.

 

Sehr gute Futter ab 23 Cent pro Tag

Doch es geht auch anders. Sechs Futter bieten einen optimalen und schadstoffarmen Nährstoffmix sowie richtige Futtertipps. Kitekat, Sheba und Whiskas gehören zu den sehr guten Produkten – alles Marken des US-amerikanischen Tierfutterherstellers Mars Petcare. Dessen kleine, teure Sheba-Schalen kaufen deutsche Katzenhalter besonders häufig. Auch die Futter der Handelsketten Edeka, Aldi (Nord) und Norma sind einwandfrei. Die Halter können ihre Schmusetiger mit ihnen schon ab 23 Cent pro Tag sehr gut versorgen.

Mehr als 1 Milliarde Euro gaben die Bundesbürger 2015 für Katzen-Feuchtfutter aus – deutlich mehr als für Trockenfutter oder Snacks. 34 Prozent des Gesamtumsatzes machten die Discounter. Hinter deren Eigenmarken steht laut unseren Recherchen oft Saturn Petcare, ein Unternehmen der niedersächsischen Heristo AG.

 

Königin unter den Haustieren

Etwa jeder fünfte deutsche Haushalt beherbergt eine oder mehrere der insgesamt 13 Millionen Katzen. Sie sind das unangefochtene Lieblingstier. Ihre Besitzer schätzen die Geschmeidigkeit, das Schnurren, die Eigenwilligkeit. „Günstling, Herrscherin, Königin aufgrund von Kraft und Schönheit“, heißt es bewundernd in Doris Lessings Katzenbuch. Die Graue sei „voller Geheimnisse, Verwandtschaften, Rätsel“.

Kein Geheimnis: Katzen sind Fleischfresser und Mäuse für sie die richtige Wahl. Sie verzehren sie mit Haut und Haar, nehmen so wichtige Nährstoffe auf – wie die Aminosäure Taurin, die sie nicht bilden können.

Wissenschaftler sagen, die Katze sei das einzige Tier, das sich selbst domestiziert habe. Sie stammt von der Falbkatze ab, die in Nordafrika beheimatet ist. Es waren wohl die gut gefüllten Getreidelager im alten Ägypten, die sie anzogen. Dort gab es reichlich Mäuse.

 

Futternapf statt Mäusejagd

 Hauskatzen erbeuten Mäuse meist nur noch aus Jagdinstinkt. Sie sind gewohnt, am Futternapf bedient zu werden. Die Produkte im Test enthalten Fleisch und tierische Nebenerzeugnisse wie Herz oder Leber. Aufgrund der hohen Verarbeitung lässt sich der genaue Fleischanteil nicht bestimmen, die Eiweißqualität schon: Alle Futter enthalten hochwertiges Protein, das Katzen gut verdauen können. Nur das mangelhafte Terra faelis liefert nicht genug.

 

Ohne Hufe, Borsten und Co

Tiermehl aus Kadavern oder BSE-Risikomaterial ist in Tierfutter tabu. Die Hersteller dürfen nur einwandfreie, vom Tierarzt freigegebene Rohstoffe verarbeiten. Meist sind es Schlachtnebenprodukte, die der Mensch verschmäht, wie Schweinefüße oder Lunge. Diese sind für Katzen sehr nahrhaft. Auch Häute, Felle, Hörner, Hufe oder Borsten gesunder Schlachttiere dürfen laut EU-Recht ins Tierfutter wandern. Das möchten aber die wenigsten Besitzer ihrer Katze vorsetzen. Die Tester untersuchten daher die Futter auf solche unerwünschten Bestandteile. Kein Produkt war auffällig – weder unter dem Mikroskop noch durch schlecht verdauliches Eiweiß, was auch ein Hinweis auf Borsten und Co wäre. Es fanden sich auch weder Antibiotikarückstände, noch gentechnisch verän­derte Organismen oder Lockstoffe, die zum Fressen anregen.

Zucker kann Katzen nicht locken. Sie können ihnen nicht schmecken. Er sorgt im Futter für den Karamellton. Der Zuckergehalt der 25 Produkte ist unproblematisch.

In einigen Futtern wiesen die Prüfer geringe Mengen Schwermetalle oder Arsen nach. Bedenklich sind die Gehalte nicht.

Wünschenswert sind dagegen Nährstoffzusätze wie Vitamine. „Ohne sie lässt sich kein vernünftiges Dosenfutter herstellen, denn beim Erhitzen zur Haltbarmachung gehen dem Futter Nährstoffe verloren“, sagt Charlotte Granobs. Mehr als die Hälfte der Produkte im Test enthält zugesetztes Taurin. Ohne genügend Taurin können Katzen erblinden, unfruchtbar oder herzkrank werden. Auch Vitamin B1 ist unerlässlich. Es sorgt für gesunde Haut und Nerven.

 

Alle Informationen in test 5/2017 oder unter www.test.de/katzenfutter.